Burgfolk 2011

Burgfolk-2011-013

 

19- und 20.8.2011, Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr  

Zehn Jahre Burgfolk folk & frey!
Zum Jubiläum hat sich das Burgfolk oder besser Michael Bohnes ein rundes Programm ausgedacht.
Erstmalig konnte man auf dem MüGa Gelände sogar zelten.

 

 10 Jahre Burgfolk ein Grund zu feiern! Und das mit einem guten Line-up versteht sich.Schon am Freitagnachmittag ging es heftig los. Den Anfang machte eine Band namens FEUERSEELE. Nun ja, man gab sich wirklich Mühe, aber ein paar Monate mehr im Probenraum wären da wohl angebracht gewesen. Ein sehr guter Gitarrenspieler stach hervor, konnte aber das Blatt nicht wenden.
Naja als Opener hat man es ja nie leicht...
HEIDEVOLK hingegen machten Stimmung auf dem Burghof/Schlosshof.
Gut, die Band hatte wohl einige Fans im Schlepptau und konnte mit bekannten Stücken aufwarten.

Burgfolk-2011-019Burgfolk-2011-022

Es folgten RAPALJE aus den Niederlanden. Unsere Nachbarn sind Burgfolk bekannt und Stimmungsgaranten. Egal ob auf kleinen Bühnen (MPS) oder grossen Bühnen (Castle Fest NL). RAPALJE bringen mit ihren schottischen und Irischen Weisen Spass und gute Laune. Das zeigten sie auch wiedereinmal in diesem Jahr auf dem Burgfolk.

Burgfolk-2011-056Dann kam auch schon der Headliner des Freitagabends: ELUVEITIE.
Die Bühne rocken wollte die Band, hatte dann aber leider mit Soundproblemen zu kämpfen. Zum Glück konnten diese zügig gelöst werden. Die Schweitzer Band, oder besser Helvetier spielten eine Mischung aus kelitischem Folk und Metal. Eine interessante Mischung, wenn auch nicht ganz mein Geschmack. Die Fans jedoch waren begeistert. Vor der Bühne wurde richtig Party gemacht. "Ihr habt bestimmt eine Affinität zum Mittelalter, oder?" fragte der Sänger bevor er mitteilte, das das nächste Stück in Gallisch wäre. Jau, das hatten wir!

 

Der Samstag war dann der Tag der "leichteren" Klänge. Das soll jetzt nicht heissen, dass die Texte banal seien (schon gar nicht wenn OMNIA spielen), sondern das die mittelalterlichen Klänge und Instrumente den Vorzug hatten.
Burgfolk-2011-110Ein Genuss für die Ohren . Wobei das Burgfolk in den letzten Jahren immer lauter wird...
Schon die Opener CUMULO NIMBUS waren eine positive Überraschung. Ihr Sound geht etwas in die Richtung von SaMo oder Schelmish mit einer Prise Nachtgeschrey, wenn ich das mal so platt sagen darf.

Ihnen folgte DUNKELSCHÖN. Seid sie bei uns Band des Monats waren, hat die Band einige Veränderungen erfahren. Die Band ist gewachsen und das nicht nur an Mitgliedern, sondern auch im Spiel. Ein wirklich guter Akt und das zu so früher Stunde! Der helle Gesang von Sängerin Vanessa gepaart mit der Drehleyer und der Harfe - einfach schön. Leider gab es auch hier ein paar Soundprobleme, aber da man ja nicht so auf Technik angewiesen war, hielt es sich im Rahmen.

dann kam IGNIS FATUU. Das die Band gut ist, wusste ich ja. Schliesslich wollten wir sie aus dem Grunde ja auch für unser Festival haben . Hier legten sie einen kraftvollen Auftritt hin der immer wieder die Menge zum Mitmachen/Platschen aufforderte. Man spielte Schwerhörigkeit vor und nur das Klatschen der Fans könne den Takt halten. auch ne Methode .

Burgfolk-2011-151Direkt im Anschluss betraten OMNIA die Bühne. Diesmal kam mir ihr Soundcheck richtig kurz vor im Gegensatz zum letzten Mal .
Allerdings was mussten meine Augen sehen? Kein Luca, kein John mit auf der Bühne? Dafür zwei Jungs von Sic Sic Sputnik und eine kleine Sängerin für die Backing Vocals, die noch kleiner war als Jenny... Ach herje, was war den da passiert?
Ob das wohl gut gehen würde? Einzig Jenny und Steve waren die Alten. Musikalisch kann man der Umbesetzung keinen Fehler zuschustern. Klarer, runder Sound und "der Neue" am Didgeridoo ist ein Naturtalent. Er spielt wohl erst seid einem Jahr, aber das wie ein alter Vollprofi.

Burgfolk-2011-142Zwar trauere ich noch dem Hünen aus Neuseeland nach, aber musikalisch wurde er überholt...
Da OMNIA eine neue Platte in Kürze veröffentlichen, gab es natürlich einiges davon zu hören. Wirklich schönes Material mit Hintergedanken. Was würden die Tiere wohl über unser Verhalten sagen, oder " Du hast nen Vogel", sprich "Toys in the attic" oder "I don´t speak human". Ein sehr schöner Auftritt, leider zu kurz, aber so ist das nun mal auf Festivals...

Und dann wurde es wirklich spassig . Also ich muss ehrlich gestehen, dass ich THE REAL McKENZIES bisher noch nicht live gesehen hatte. Aber die Kanadier machten wirklich eine Show. Angefangen wurde mit einem (endlosen) Acapella-Stück einer Mischung aus Pub/ Battlefield Hymne.
Also wer da noch weghörte/sah war wirklich selber schuld. Obwohl die Band aus Kanada kommt, ist sie tief in Schottland verwurzelt, tritt immer mit Kilt auf und hat schon mehr als 15 Jahre auf dem Buckel. Aber immer noch taufrisch, wenn auch nicht faltenlos . Eine Band des "Folkes". Der einzige Unterschied zwischen ihnen und den Besuchern wären so 1000 Burgfolk-2011-177Flaschen Bier meinte Sänger Paul McKenzie. Übrigens geht der Bandname nicht auf ihn zurück, sondern auf die billigste Sorte Whiskey den es in Schottland gibt... Party pur.

Danach kamen alte Bekannte auf die Bühne. FIDDLER´S GREEN kennen das Burgfolk und das Burgfolk liegt die FIDDLER. Schon der Auftakt mit Widder und Davul lief die Fans aufkreischen und danach wurde mitgesungen und auch hier mächtig gefeiert. Die Bandauswahl am Samstag war wirklich gelungen Mr. Bohnes .

Mit dem Headliner HAGGARD hätte es dann zu einem gelungenen Abschluss kommen können, aber leider liess die Technik die Band im Stich. Über eine Stunde wurde gestöpselt, getestet, angesungen und gestrichen... Unmut kam auf - aber nicht bei den "richtigen" Fans. Die meinten nur, dass wäre bei HAGGARD doch usus... da sag ich nur QED ... Als es dann losging, war aber alles Warten vergessen. Eine schöne Bühnenshow, dankbare Fans ( ich glaube jede Passage der Sängerin wurde beklatscht) und viel, viel Headbangen.

Burgfolk-2011-212Selbst die Flötistinnen im Background liessen ihrem Mähnen schwingen. Gigantisch . Trotzdem musste auch dieses burgfolk ein Ende nehmen, egal wieviel Verzögerungen es gab. Aber ich gehe mal stark davon aus, dass 2012 uns wieder ein sehr schönes Setting bringen wird. Und da das Camping sehr gesittet ablief, wird wohl auch die Stadt nichts dagegen haben.

 (Caretaker)  

Das Burgfolk im Web: Burgfolk