Universal D.O.G. Lahr, 28.03.2009
Anderthalb Jahre sind seit meinem letzten DDT vergangen. Ich war gespannt, was sich in dieser Zeit alles getan hatte. Hinzu kamen die Vorbereitungen auf den NATO-Gipfel, der bereits in der Umgebung seine sicherheitsbedingten Schatten voraus wirft. Glücklicherweise gab es auf unserer Anreise keine Behinderungen und nach anfänglicher Verwirrung fanden wir das D.O.G. dann doch noch rechtzeitig.
Im Eingangsbereich sah ich auch die ersten Neuerungen in Form von großen Plasmabildschirmen, auf denen an diesem Abend bereits eine Auswahl der erstklassigen Fotos von Thomas Adorff (http://www.thebeautyofabyss.com/) lief. Die Shoppingmeile präsentierte sich räumlich unverändert, aber mit genügend Auswahl.
Im hinteren Bereich wurde die vormalige Terrasse zu Gunsten des Raucherbereichs in einen geschlossenen Wintergarten umgebaut. Hier befindet sich nun neben dem Mittelalter-/Batcave-Floor auch der Essensbereich, was meiner Meinung nach relativ ungünstig ist. Der Außenbereich ist weiterhin schön, jedoch bei den herrschenden Nachttemperaturen noch nicht wirklich attraktiv. Der Caféraum im oberen Stock ist glücklicherweise wieder nur Ruhebereich mit Teilbeschallung vom darunter liegenden Depeche-Mode-Floor. Hier gab es weitere Werke von Thomas Adorff zu bewundern. Den musikalischen Reigen eröffneten dann auch pünktlich Din [a] Tod. Ich muss gestehen, dass ich vom Namen her etwas ganz Anderes im Kopf hatte. Unter dichtem Nebel betraten die Berliner die Bühne. Vom ersten Takt an erinnerte mich der Auftritt nicht nur optisch sehr an The Sisters of Mercy – nur ein wenig elektronischer und moderner. Als bekennender Fan selbiger Band war ich natürlich hocherfreut. 
Tatsächlich weiß das Duo durchaus zu überzeugen. Melodien und besonders Gitarrenparts der alten Stunde gepaart mit moderneren Anleihen wurden zusammen mit der zwar nicht 100%ig überzeugenden Stimme von Sven souverän präsentiert. Wobei die stimmlichen Parts von Claudia fast noch besser waren. Leider bekam ich nach der Show keine CD mehr am Merchstand. Diese Lücke in meinem CD-Schrank werde ich jedoch baldmöglichst füllen. |
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Mit dem einzigen Festival-Auftritt in diesem Jahr gaben sich De/Vision an diesem Abend in Lahr die Ehre. Obwohl Sänger Steffen Keth sichtlich gut gelaunt war und auf der Bühne sogar einmal seine obligatorische Mütze wegließ, konnte mich der Auftritt nicht wirklich mitreißen. Ohne jegliche Unterstützung von weiteren Live-Musikern geriet der Auftritt der beiden zu Elektor-lastig, clean und leblos. Auch seine stimmlichen Fähigkeiten habe ich besser in Erinnerung. Lediglich „Try to forget“ und „Regret“ überzeigten mit Ihrem Klassiker-Faktor. |
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Mit leichter Verspätung zu den einleitenden Klängen von „Nekrolog43“ enterten Diary of Dreams unter frenetischem Jubel die Bühne. Zur Überraschung der weiblichen Fans trug Adrian Hates von Beginn an seine Haare offen. Eigentlich ist diese Geste im Verlauf eines Konzertes ein Indiz für seine Zufriedenheit. Das war aber natürlich nichts Schlechtes. 
Ebenfalls erfreut wurde Torben Wendt zurück am Keyboard begrüßt. Passend zum Album-Release an diesem Abend wurden die neuen Stücke wohl dosiert in den Auftritt eingebaut. Wobei wie üblich, vor allem die großen Hits vom Publikum gefeiert wurden.
Mir persönlich ist an diesem Abend die Agilität des Sängers aufgefallen. Selten sah man ihn bisher headbangend am Bühnenrand. Bisher war er eher der Meister der leisen Gesten und sanften Töne. An diesem Abend wurde insbesonders „Menschfeind“ regelrecht gerockt.
Auch „AmoK“ gab es nach Längerem mal wieder in der schnelleren Albumversion. Was natürlich nicht heißt, dass keine ruhigen Stücke gespielt wurden. Diese waren nach den letzten ruhigeren Konzerten jedoch seltener. Dennoch musste keiner auf „Traumtänzer“ verzichten.
Nach „The Plague“ verklang die letzte Zugabe in gewohnt verträumter Weise. Ehrlicherweise muss ich jedoch sagen, dass mir die leisen Konzerte der jüngeren Vergangenheit fast besser gefallen haben. Zu der zwar elektronischer gewordenen, aber immer noch außergewöhnlich intensiven Musik von Diary of Dreams, der weichen und eindringlichen Stimme von Adrian Hates gehört einfach eine gewisse Atmosphäre, die in einer Location wie dem D.O.G. schwer aufzubauen ist. Natürlich war der Abend nach diesem Konzert noch nicht zu Ende.
Im „Maschinenraum“ ging es jetzt erst richtig los. Parallel mit Diary of Dreams präsentierten sich dort Phosgore. Ich schnappte hier nur einen kleinen Fetzen auf. Allerdings sehe ich selten den Sinn in einem Live-Auftritt, bei dem nur zwei Personen hinter Laptops stehen.
Da ist meine klassische Auffassung von einem „Konzert“ doch anders. Wenig später wurde dann mit Twinkle vor allem optisch etwas geboten. Der junge halb-angemalte Tänzer versuchte die Zuhörer mit verschiedensten Moves zu animieren. Ob es ihm tatsächlich gelang, konnte ich aufgrund des vielen Nebels und den verstörenden Strobos nicht wirklich erkennen.
Aber das DDT bietet auch nach den Konzerten viele Gründe zum Verweilen. Auf vier Dancefloors wurden die verschiedensten Musikrichtungen gespielt. Wobei nach meiner Einschätzung diesmal der Depeche-Mode-Floor fast einen höheren Zulauf als der Mainfloor verzeichnen konnte. DJ Gilian und DJ Sven verstanden es aber auch wirklich vorzüglich die Tanzlustigen bei Laune zu halten.
Zwar war auch ihr Set überwiegend elektronisch orientiert, doch hier gab es vor allem die Klassiker der ersten Stunden zu hören. So dürfte sich der Altersdurchschnitt der Tänzer eher im höheren Durchschnitt bewegt haben. Überhaupt empfand ich dieses DDT als sehr freundlich und fast schon familiär gestimmt. Gut, es mag an meiner langen Abwesenheit gelegen haben. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass viele diesen Abend zu einem Wiedersehen mit Freunden nutzten. So gab es viele Gruppierungen, die sich angeregt unterhielten. An vielen Ecken sah man zu Beginn des Abends herzliche Umarmungen und lautes Gelächter. Ein wenig herrschte Festival-Atmosphäre. Im Publikum wurden neben den spielenden De/Vision, sowie x von Din [A] Tod auch Musiker von In Strict Confidence und Heimataerde gesichtet. Einziger Wermutstropfen an diesem Abend dürfte der happige Preis gewesen sein, der sich mit 28€ an der Abendkasse doch deutlich vom Vorverkauf unterschied.
(Fotos & Text Schwarze Vielfalt)
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Infos zum Dark-Dance-Treffen findet ihr unter: http://www.dark-dance.de/
Fotos gibt es hier.
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