12.-13.06.2010, Amphitheater Gelsenkirchen
20 angesagte Bands der Gothic/Electro/Folk-Szene machten das idylisch gelegene Amphitheater unsicher und begeisterten bei zunächst durchwachsenem Wetter die zahlreich erschienenen Besucher. Händlermarkt, Autogrammstunden und Aftershowparty rundeten die Veranstaltung ab.
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Tag 1
der Veranstaltung lag fest in Gothic/Electro-Hand, pünktlich um 12 eröffneten die Gothic Rock Band SCREAM SILENCE vor einem durchaus schon ansehnlichen Publikum trotz Regenschauer den Festivalreigen.Mittlerweile 6 Alben gibt es von der 1998 gegründeten Gruppe, sympathisch und souverän präsentierten sie hier ihr Können.
Ihr Heimspiel, die Band kommt aus dem Nachbarort Essen, genossen als nächstes JESUS ON EXTASY. Mit ihrer Mischung aus Gothic und Glam Rock zogen sie hier wie gewohnt ihr Publikum in den Bann, trotz der noch recht frühen Stunde.
Ganz langsam begann sich das Festivalgelände nun auch zu füllen, so das bei AESTHETIC PERFECTION, mit neuem Album "A Violent Emotion" im Gepäck, schon ordentlich vor der Bühne gefeiert wurde und sich auch die Sitzplatzränge des Amphitheaters zunehmend füllten. Die Amerikaner zeigten mit ihrer eingängigen Industrial/Electro-Mischung und dynamischen Sänger Daniel Graves ihr ganzes Können.
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Wirklich gespannt war ich selber auf eine doch schon ältere Szenegröße, nämlich GRILS UNDER GLASS. Angekündigt als eher klassische Goth Rock Band wußte die Band live mit ihrem modernen Sound mit viel Electroeinflüssen und auch aktuelleren bekannten Szenehits wie "Ohne Dich" (auf CD im Duett mit Peter Spilles) oder "Frozen" (im Original von Madonna) sehr zu überzeugen. Erst wirkte die Band, allen voran Sänger Volker Zacharias, noch etwas verhalten. Doch mit Blick auf die mitsingenden und -klatschenden Menschen vor der Bühne wurde er immer lockerer, lachte, tänzelte herum. Und gab letztendlich noch einen genialen Cover-Klassiker zum Besten, "Down In The Park" - ein echt klasse Auftritt!
Derartig aufgelockert freute sich das Publikum dann auch auf die nachfolgende Band ZEROMANCER, die fast wegen Erkrankung von Bassist Kim Ljung nicht auftreten konnte. Auf der Bühne merkte man ihm und den bald wieder mit freiem Oberkörper herumtänzelnden Sänger Alex Møklebust (mal ehrlich, er kann es sich ja auch erlauben *grins*) aber nichts von irgendwelchen Problemen an. Sie genossen ihren Auftritt in der schönen Kulisse und feierten mit den Besuchern viele ihrer größten Hits ("Dr. Online, "Clone Your Lover") aber auch neue Stücke ihres frischen Albums "The Death Of Romance".
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Tüchtig gefeiert wurde dann auch die nächste Band DIORAMA - wobei outfittechnisch Sänger Torben Wendt mal ruhig bei den Kollegen von Zeromancer oder auch den nachfolgenden Deathstars aufpassen könnte. Karierte langweilige Hemden auf der Bühne, na ich weiß nicht, schlichtes gut sitzendes schwarz wie bei Volker von GUG tut es doch zur Not auch prima ?
Die Songs jedoch gingen dem Publikum allesamt kräftig ins Tanzbein, erfreuen sich einer sehr großen Beliebtheit. |
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Naja, wenn ich jetzt schon das Thema "Kleidungsstil" angesprochen habe, kann ich bei der nun folgenden Gruppe VIVE LA FETE ja nicht so tun als wäre nichts gewesen. Wobei, viele Worte möchte ich hier auch nicht machen, das hat meiner Meinung nach der Auftritt dieser Gruppe im guten Mittelfeld (warum eigentlich?) nicht verdient. Ein braunes Nylon-Outfit, ein schlecht sitzender BH und kieksende Laute, Sänger/Bassit Danny Mommens versuchte sich u.a. auch an einem deutschen Song, der es irgendwie gleich auf den Punkt brachte: "Was soll das hier mit dem Quatsch? Ich weiß es nicht". Alles weitere entnehmt bitte den Fotos dieses Auftritts
Zu DEATHSTARS wurde es dann auch (wieder) gehörig voll, auch die Ränge füllten sich nach und nach mit Menschen um den wirklich guten Auftritt der Düsterrocker aus Schweden.
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Alle in schwarzen Fantasie-Uniformen und mit viel bleichem Make-Up, kräftiges Gitarrengewitter und dunkler tiefer Gesang a la 69 EYES, das kam allgemein sehr gut an!
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Bei COVENANT wurde dann einfach nur noch gefeiert, getanzt und mitgesungen. Auch für diese Band war es der erste Amphitheater-Auftritt und sie genossen den Auftritt dort sichtlich. Sänger Eskil Simonsson im gewohnten weißen Anzug mit Hut war stimmlich voll auf der Höhe und zelebrierte die verschiedenen Songs darunter "Leiermann", "Ritual Noise" und "Call The Ships To Port".
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Schwarz überall sah man dann zu guter Letzt bei den Headlinern FRONT 242, die gewaltig über die Bühne fegten als wären sie kein Tag älter geworden in den fast 30 Jahren ihrer Bühnengeschichte. Eine umfangreiche Retrospektive ihrer vielen großen Hits u.a. "Headhunter" ging hier auf das fröhlich feiernde Publikum herab und so ging der erste Tag des Bühnengeschehens zu Ende. Natürlich wurde auf der Aftershowparty mit verschiedenen DJs noch tüchtig gefeiert wie auch auf dem angrenzenden Zeltplatz!
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| Tag 2
Der Samstag startete dann elektronisch mit XP8 aus Italien. Recht nett als Opener. Der Sänger legte los als stände er schon seit Jahren auf der Bühne Tja die Italiener, keine Angst vor grossen Bühnen...
Dann gab es für den Sonntag leider auch ein weinendes und ein lachendes Auge (ihr könnt ja mal überlegen welches, welches ist...): Bei SAVA war leider der Bassist krank geworden und kurzfristig sprangen dafür TRAUMTÄNZER aus Witten ein.
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Schade für SAVA ( ich hätte die Band gerne einmal live gesehen...), aber eigentlich passte TRAUMTÄNZER von der Musik her auch besser an diesen Platz. Also nach PX8 und vor TYSKE LUDDER ein Mittelalteract... ich weiss nicht, was das hättte werden sollen. Da kamen TRAUMTÄNZER mit ihrem Hit "Stigmata" schon besser klar. Eine gute Mischung zwischen hellem, klaren Gesang von Sängerin Eva, dazu die "harten Worte" von Sänger Marco und die schönen Gitarrenriffs von Tom. Nicht zu vergessen das Streichwerk von Sandra. So entsteht ein popiger Elektro-Rock Act der wirklich rund klingt und (wenn man die kurze Vorbereitungszeit bedenkt) super rüberkam. Für mich sogar der Geheimtipp des Tages. Da konnten sich einige späterplatzierte Bands ne Scheibe abschneiden... |
Ach ja, das andere Auge.. SONO standen im Stau bei Berlin und werden somit 2011 die Bühne des Blackfields beglücken. Dieser Platz konnte natürlich so kurzfristig nicht besetzt werden.
Dann kamen TYSKE LUDDER auf die Bühne. Harter EBM mit recht militanten Auftreten. Da ging natürlich ein Ruck durch die Besucherschar. Tja, TYSKE LUDDER haben auch eher wenige Auftritte in letzter Zeit hier in der Gegend. Jedenfalls ging es recht heftig ab auf der Bühne. Dann das komplette Kontrastprogramm. S.P.O.C.K bestellten Grüße aus dem Weltall  |
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Sooolange nicht gesehen und kaum verändert Naja, das rauhe Klima im hohen Norden hält halt frisch und die popigen Texte und Rythmen gehen einfach ins Blut und bewegen die Füsse.
Also wer da still sitzen konnte und nicht mitfeierte, war schon scheintot. Das war schon kein einfacher Auftritt das war ne komplette Comedyshow mit Sidestories und grosser Wasser-Laser-Gun. Man merkte, dass die drei Schweden einfach Spass auf der Bühne hatten und die Menge feierte sich auch so richtig. Das ist Open-Air Feeling. Da war auch vom freitägigen schlechten Wetter keine Rede mehr...
Wie schon erwähnt fand der Auftritt von SONO nicht statt. Dafür traten SaMo etwas früher auf und machten auch etwas länger. Das ist für echte Spielleut-Profis auch kein Problem. Die sind einiges von den Mittelaltermärkten gewöhnt und gerade SALTATIO MORTIS kennt da kein Ende und spielt manchmal auch noch an der Schänke gerne weiter 
Hier auf der Bühne rockte die Formatio auch richtig ab. Nicht erst seit dem letztjährlichen grossen Auftritt auf dem Mera Luna weiss Sänger und Frontmann Alea, wie man grosse Massen zum Fäuste heben anheizt. Und dabei springt und singt er konstant... Respekt...Nun war der ganze Vorplatz fest im SaMo-Fanhand. da gab es keinen einzigen Besucher, der nicht die Texte kannte und kräftig mitsang beim "oh-oh-oh" (SaMos wissen was ich meine...).
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Dann war [:SITD:] an der Reihe... Also vom Auftreten her ja wirklich der totale Kontrast zu SaMo...: Tom betritt die Bühne mit einem WEISSEN FUSSBALLHEMD. Der Verein mag ja hier noch Heimvorteil haben, aber nochmal WEISSEM HEMD mit BLAUER SCHRIFT und zwar nix athletisch wie Alea, Lasterbalg, Bruder Frank oder Samoel... nein, eher weniger... und das wird auch durch die beiden anderen Jungs nicht gehoben.. Kurze Army-Hosen und dicke Brillen sind zwar praktisch gegen Sonne und Wärme... aber wenn man einfach das Hemd wie Alea weglassen kann is es halt doch was anderes ;) Das muss selbst ich als Mann neidlos zugeben. Musikalisch hatte die Band natürlich Heimspiel. Bekannt durch diverse Remixe bei anderen Bands und ihrem Szenehit "Snuff Maschinery" wogte die EBM-Schar vor und zurück. Trotzallem muss ich sagen, bei S.P.O.C.K war mehr Stimmung
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| Dann kam, sah und siegte OOMPH! Muss man da noch viel Worte verlieren? Eigentlich nicht... Bonus bei diesem perfektem Auftritt waren zwei Akkustiksongs extra für das Blackfield und natürlich eine Oldie Einlage mit "Fever". DERO kann einfach alles singen und benötigt im schlimmsten Fall weder PC noch Gitarre. Mit "SEX", "Fieber" und "Labyrinth" bekam die Masse, was sie verlangte und DERO rief nochmals auf nicht den Banken das Geld zu spenden, sondern sich Gedanken um die armen auf der Strasse lebenden Kinder zu machen. Recht hat er ! |
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Leider ging auch dieser Auftrittt viel zu schnell vorbei und nach einer kurzen Umbaupause - in denen die Musiker zumeist lauter war als bei den Konzerten? - Ging es dann mit Pyrotechnik und Subway to Sally weiter. Eric Fish and friends... Nein, das ist ja die andere Reihe... also Eric Fish, Frau Schmitt, Bodenski, Simon, Ingo und Simon 2 legten mit viel Feuer los und liessen die Gitarren rocken. Dazu wie gewohnt die Geige von Frau Schmitt und die Drehleider von Bodenski. Das ist schon gut gemachter Mittelalterrock, halt sowas wie die Urväter für SaMo...
Aber immer noch recht fit dabei. Die aktuelle Scheibe "Kreuzfeuer" wurde vorgestellt, aber auch ältere Hits, wir "Kleid aus Rosen" oder "Henkersbraut". |
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Zu guter Letzt kam der Graf. Live und nicht on Tape, wie bei RTL2... Durch seine Auftritte im "normalo" TV und dem Mitwirken bei Soaps, Wohnungssuchen und dem Eurovision Songcontest auf der Reeperbahn ist der Graf ja etwas rumgekommen ausserhalb der Szene... Ob ihm das so gut tut..naja. Hier beim Blackfield hat er jedenfalls die Fans begeistert und zu Tränen gerührt.
Textlich ist das ja auch wirklich herzergreifend was er da drauf hat und immer auch mit Hintergrund nur warum muss er dass dann der schnöden bunte-gepoppten Welt offenbaren?
Bei uns in Dortmund weiss mann, wann das Ende naht..und zwar, wenn man im Lokalradio gedudelt wird.. und leider höre ich dort auch schon den Grafen. Ich hoffe und wünsche im das Beste, dass der "von der Regel" verschont bleibt.
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So ging dann auch der zweite Tag das Blackfield Festival zuende. Zwei Tage "buntes" Programm, wo für viele etwas dabei war, aber dadurch auch der Wechsel teilweise etwas hart.
Wir sind gespannt, was 2011 (neben SONO) noch so zusammenkommt, wenn das wunderschöne Amphitheater wieder seinen Tore für die schwarze Welt öffnet... Und natürlich auch für die bunten Cybers, denn ich mag die...die haben (zumeist) Stil und einen Spiegel zuhause liebe "gebt Cyber keine Chance"- Leutz...
(SiN [Freitag] & Caretaker [Samstag])
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Infos zum Blackfield Festival findet ihr unter: http://www.blackfield-festival.de/
Fotos gibt es hier.
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